LITERATUR I
(Fabelo
Lyrik, Mercheno
Kurzgeschichte
und
Konkrete Poesie)
Zusaizmaterial fiir den Unterricht Literatur I
von
Yati Sugiarti
Isti Haryati
Ahmad Marzuki
Frogram Studi Fendidikan
Eahasa
JerrnaEl
Fakulees
Bahasa
dnn Seni
E-luiversitas
Negeri Y +rya t<arft:
Penuiisan
Diktat ini dibiayai dengan
Dana
DIK Universitas
negeri Yogyakarta
Tahun 2005
"
INHALTSVERZEICHNIS
VORWORT
KAPITEL I: EINFOHRUNG IN DI.E,
LITERATURTHEORIE
A. Zum Begriff Literatur B. Literaturtheorien
l. Herrneneutik
a. Zum Begriff Hermeneutik
b. Anu'endungsgebiete der Henneneutik
c. Vertreter der Henneneutik
d. Beispiel der Cedichtsanalyse
mit Flermeneutik 2. Strukturalismus
a. Zum Begriff Struktur
b. Die Methode des Strukturalismus
c. Analyse des Stoffes Strukturalismus
i
3. Feminismus
a. Zum Be griff Feminismus
b. Zentrale Themen des Feminismus c. Vertreter des Feminismus
4. Rezeptionslsthetik
a. Zum Be griff Rezeptionsiistheii k
b. Vertreter der Rezeotionsiisthetik
KAPITEL II: FABEL A. Zum BegriffFabel
B. Charakteristische Merkmale
Einer Fabel
C. Typische Aufbau einer Fabel D. Fabelnamen
E. Liste von Fabelwesen F. Analyse der Fabel
KAPITEL III: M,IRCHEN A. Zum BegriffMarchen
KAPITEL IV: KURZGESCHICHTE
A. Zum Begriff Kurzgeschichte
B. |"{crkmale
einer
Kurzgeschichte
C. Beispiel
zur Analyse
einer
Kurzgeschichte
KAPITEL V:I(ON KRETE POESI E
^. LLLtu iiegriii'Konkrete Poesie
B. Vertreter der Konkreien Focsie
C. Beispiel zur Analyse der
Konkreten Poesie
K A P I . T . E L V I : L Y R I K A. Zum t3egriff Lyrik
B. Merkrnale von Lyrik
C. Die Form von Lyrik
1. Schrifibild und Satzbau
a. Zellen im Gedicht
b. Abschnitte und Strophen
c. Besonderheiten des Satzbaus
2. Rhlthmus und Klang a. Betonung im Gedicht b. Bestimmung des Metruns
c. Reime und andere Klangelemente
3. Sprecher und Inhalt
a. Kommunikation im Gedicht
c. Thema und Gedankengang 4. Wdrter und Bilder
a. Die Wortwahl
b. Bildhafter Sprachgebrauch c. Das zentrale Bild
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b. Der Sprecher und seine Sprechweise... ...
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KAPITEL V
K O N K R E T E P O E S I E
Zum Begriff Konkrete Poesie
Die konkrete Poesie ist eine Richtung innerhalb der modemen Lyrik, welche
phonetische. visuelle und akustische Dirnension der Sprache als literarisches
ftel venvendet. Diese Eigenschaften der Sprache werden durch die verschiedensten
:hniken wie die Montase, Reihung, Variation, Wiederholung. die graphische
ordnung des Textes und das laute Lesen des Gedichts kiinstlerisch genutzt. Die
rkrete Poesie steht zum Teil in der Tradition des Futurismus und des Dadaismus
Zwanziger Jahre, z. B. bei Kurt Schwitters und Hans Arp.
Der ensere Begriff ,,konkrete Poesie" taucht etrva in der ivlitte cler Funfziger
re des 20. Jahrhunderts in mehreren Liindern gleichzeitig auf. In der Dichtung
rde der Begriff von Eugen Gomringer (geb. 1975) popularisiert (1953).
;prtinglich rrurde er von dem Kunsttheoretiker O-yvind Fahlstrcim (Manifest fiir krele Poesie, 1953) benutzt. Die Wdrter sind ftir Gomringer nicht mehr
leutungstrlger, sondern sie werden als visuelle (: das Sehen betreffend) und
11g!5ghg Gestaltungselemente eingesetzi. So soll beispielsweise mit der
phischen Anordnung des Textes seine inhaltliche Bedeutung unterstrichen oder
risiert w'erden. Die entscheidende poetiscl-re Tiitigkeit ist dabei die
Konstruktion-neuartige Zusammensetzung der einzelnen Sprachelemente. Gomringer nennt
ie Gedichte "Konstellationen".
Er bezeichnet eine Literatur, die sich nur noch auf ihre eigenen Mittel beziehen
chte: Wiirter, einzelne Buchstaben und sogar bloBe Satzzeichen werden aus deni
en Zusammenhang der Sprache herausgelost und treten ciem Betrachter,-konkret".
hei8t firr sich selbst stehend, gegeniiber. Indem die Sprache als bloBes Material
andelt wird und jeweils in bildhaften ,,konstellarionen" (Begriff von Eugen nringer) auftaucht, wird sie auch interrrationalisiert. Das wrrd durch das folgende
spiei deutlich: Man kann etwa die konkrete Verbildlichung des Wortes ,,Wind"
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(auch olttre Kenntttis der Wortbedeutung!) allein durch die auf dem Blatt,.verwehten"
B uchstaberr verstelren.
Bei der konkreten Poesie handelt es sich also um eine eher stille, unaufgeregte,
nreditative Literatur, die sich ganz bewusst als Gegenpol zur sprachlichen
Reizriberflutung der taglichen Umrveltbedingungen 'versteht, denen der Mensch
unserer Zeit ausgeliefert ist.
Schivitters nennt Konkrete Poesie, was als abstrakte Dichtung seit der
Jahrhundertrvende von Scheerbart tiber Morgenstern zu STLJRM und Dada eine
kleine Tradition abstrakter Dichtungen ausgebildet hatte. Schrvitters entwickelt sie
rveiter und fullt auch diese rnit Momenten von Merz: in eben doch nicht retn
abstrakten Lautgedichten rvird Gebrauchs-Sprache von allen Konventionen befieit
und bis zu( Unkenntliohkeit verftemdet, r,verden nach phonetischer Logik
Ktlmpositionen geschalfen, deren semantische Reste spielerisch Assoziationen
lieisetzen.
In Bild-, Laut-, Elementar- und Simultangedichten wird sprachliches Material
auf einzelne Worte, Silben, Buchstaben, Laute und ihre Rhlthmik reduziert.
Schwitters entkleidet sie ihrer semantischen Beziige, um ihre Qualitliten als tonale
und grafische Zeichen wahmehrnbar werden zu lassen."Ursonate",
"Hustenscherzo", "Cigarren (elemantar)" unci Bildgedichte sind abstrakt im Sinn
solch einer Konzentration auf elementare sprachliche Werte. im Sinn der
"Entgifiung" des alltiglichen Gebrauchs von Sprache und ihrer Neukonstruklion nach
ki.instlerischen Regeln. Konkret sind die Dichtungen, insofern sie nichts ais ihr
phonetisches und grafi sches lv{ateriai bearbeiten.
Schrvitters abstrakle Lautdichtungen sind dabei nicht frei von
Gegenstiincilichkeit. Klassisch lyrische Themen wie der Gesang eines Vogels, banale
Au3erungen wie Husten oder Niesen, Gebrauchsgegenstiinde uie Ciganen sind
Inhalte, die durchaus bildhaft erziihlt werden. Der Titel, ein Begriff, der erst nach und
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Erintrerungsspuren in Silben und Lautfolgen stinrulieren Assoziationen rveit uber das
phonetische Material hinaus.
Bildgedichte thenratisieren Buchstaben und Zahlen als grafiscl're Zeichen, die
phonetische Qualitaten transportieren. Ihre Anordnung ini Bild sorvie ihre
Ergiinzungen um Linien, Kiistchen, Htikchen etc. visualisieren den Charakter eines
Lautes irn konkreten Gedichtzusammenhang. Die Anordnung von Buchstaben als
Bild statt als Textzeile ermriglicht eine Vervielftiltigung der Lesarten. Das "i-Cedicht"
mit seinem schreibschulenartigen Satz "lies. rauf runter rauf-. Ptinktchen drauf''
enthiilt noch eine ironisch-programmatische Gebrauchsanrveisung. In den beiden
"AO-Gedichten" aber bleibt offen, ob ein Kiistchen als "Kdstchen" zu sprechen ist, ob
es - tiquivalent zum Linienblatt - als Schreib- und Lesehilf-e zu werten oder als
phonetisches Zeichen zu denken ist. Und es bieibt ciem Leser uberlassen. rvo und
wann er Anfang und Ende des Gedichts setzt.
Laut- und Bildgedichte sind also trotz - oder gerade \\'egen - ihrer konsequenten
Reduktion besonders offene Dichtungen und Schwitters nutzte sie auch, um die
Grenzen zn,ischen Sprache und Musik, Sprache und Bild. Sprache und Bervegung zu
verwischen.
Die gemeinsame Grundlage von Sprache und Musik als Formen der
Organisation von Kliingen wird besoriders in der Ursonate. aber auch in den Scherzi
und im Simultangedicht offensichtlich: das Simultangedicht ist rnie ein Chorgesang
fur drei gleichzeitig vortragende Stimmen geschrieben.
. B. Vertreter der konkreten Poesie
Viele Vertreter der konkreten Poesie gehoren dern Umkreis der Wiener Gruppe
und Cer SEirg@ utrr lvlax Bense an.
Dichter der konkreten Poesie sind u.a:
Emst Jandl, Diter Roth, H.C. Artrnann, Oswald lViener, GgiUld-BUbm, Franz Mon,
Reinhard Dohl, Helmut HeiBenbi.ittel, Jiri Koliir, FerdinanC Kriwet, Kurt Schrvitters.
Ian Flamilton Finlav
-F
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Aufgabe: Suchen Sie Informationen iiber drei der oben genannten Dichter!
c. Beispiel der konkreten Poesie von Reinhard Diihrs "Apfel" (196s)